
Husum. Drei Tage lang stand Husum ganz im Zeichen des Mädchenbasketballs. Beim Transforming Basketball Camp „Girls Only“ kamen über 60 junge Basketballerinnen aus Schleswig-Holstein und darüber hinaus zusammen. Begleitet wurden sie von mehr als 15 Coaches, die das Camp zugleich als intensive Trainerfortbildung nutzten. Geleitet wurde das Camp von der international tätigen Basketball-Trainerin Kerri Kuzbyt aus Schottland.
Möglich wurde das Camp auch durch breite Unterstützung aus der Region und dem Basketballverband. Ein besonderer Dank der Organisatoren gilt dem Basketballverband Schleswig-Holstein (BVSH), der das Event mit einem großzügigen Sponsoring unterstützt hat. Ebenso wichtig war der Beitrag der Husumer Athletinnen, die durch eine Lotterie-Aktion beeindruckende 1.000 Euro sammelten. Beide Beiträge halfen dabei, die Camp-Gebühren bewusst niedrig zu halten und möglichst vielen Mädchen die Teilnahme zu ermöglichen. Für das leibliche Wohl der Sportlerinnen vor Ort war ebenfalls gesorgt: Der Famila Markt in Husum unterstützte das Camp mit einem Gutschein, wodurch die Versorgung der Mädchen mit frischem Obst und Getränken gesichert werden konnte.
Inhaltlich unterschied sich das Camp deutlich von klassischen Basketball-Lehrgängen. Die Mädchen standen nicht lange in Reihen, um einzelne Bewegungen stumpf zu wiederholen. Stattdessen wurde viel gespielt – in kleinen Gruppen, mit wechselnden Aufgaben und klaren Herausforderungen. Dabei mussten die Spielerinnen immer wieder selbst Lösungen finden: Wann spiele ich den Ball ab? Wann gehe ich zum Korb? Wie helfe ich meiner Mitspielerin? Wie verteidigen wir gemeinsam?
Auf diese Weise wurde nicht nur die Technik geübt. Im Mittelpunkt standen Spielverständnis, Mut, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit. Die Spielerinnen sollten lernen, Situationen besser zu erkennen und passende Lösungen zu finden – genau so, wie es später auch im echten Spiel gebraucht wird.
Auch für die Coaches war das Camp ein besonderer Lernraum. Sie konnten die Trainingsmethodik direkt am Spielfeld beobachten, mit Kerri Kuzbyt reflektieren und die Verbindung zwischen Theorie und Praxis erleben. Über die drei Tage entstand so eine Trainerfortbildung von mehr als 18 Stunden. Am Freitag lag der Schwerpunkt auf spielnaher Bewegungsschulung und Athletiktraining, am Samstag auf Wettkampfsituationen und Verteidigung, am Sonntag auf der Übertragung des Gelernten in echte Spielsituationen.
„Für viele Mädchen war diese Art des Coachings komplett neu“, so die Organisatoren. Die Rückmeldungen seien entsprechend deutlich gewesen: Viele Spielerinnen hätten berichtet, dass sie noch nie auf diese Weise trainiert worden seien – und dass sie genau das begeistert habe. Im Mittelpunkt stand nicht die Frage, ob eine Bewegung technisch perfekt aussieht, sondern ob eine Spielerin im Spiel bessere Entscheidungen trifft, Vorteile erkennt und mutiger handelt.
Das Camp fand in einem besonderen Jahr statt: 2026 wird die Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland ausgetragen [1]. Umso wichtiger sei es, Mädchenbasketball nicht nur auf der großen internationalen Bühne sichtbar zu machen, sondern auch dort, wo Entwicklung tatsächlich beginnt: in den Vereinen, in den Hallen, bei Camps, im Training und im Engagement vieler Ehrenamtlicher.
Für Husum war das Wochenende deshalb mehr als ein Basketballcamp. Es war ein sichtbares Zeichen dafür, welches Potenzial im Mädchenbasketball in Schleswig-Holstein steckt, wenn Verband, Verein, lokale Athletinnen, engagierte Coaches und internationale Expertise zusammenkommen. Mit Kerri Kuzbyt wurde das Camp zu einem besonderen Ereignis – fachlich, menschlich und sportlich.
Auch für Transforming Basketball hatte das Camp eine besondere Bedeutung: Es gehörte zu den größten Girls Camps, die bisher in diesem Rahmen stattgefunden haben. In Husum wurde drei Tage lang sichtbar, wie moderner Basketball Mädchen begeistern kann: durch Freude am Spiel, durch mutige Entscheidungen, durch gemeinsames Lernen und durch das Vertrauen, dass junge Spielerinnen mehr können, wenn man ihnen echte Spielsituationen zutraut. Dabei formt der weibliche Sport weit mehr als nur Athletinnen: Er fördert gezielt Führungsqualitäten, Disziplin, Resilienz und Selbstvertrauen. Den weiblichen Sport zu unterstützen bedeutet daher immer auch, aktiv in zukünftige weibliche Führungskräfte zu investieren.
Fazit der Organisatoren: Wenn über 60 Mädchen, mehr als 15 Coaches und eine international erfahrene Referentin drei Tage lang gemeinsam in einer Halle arbeiten, entsteht mehr als ein Sportwochenende. Es entsteht ein Impuls für die Weiterentwicklung des Mädchenbasketballs in der Region. Genau dieser Impuls soll aus Husum weitergetragen werden.





